Willkommen bei der reformierten Kirchgemeinde Zürich Höngg

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25 Jahre Sonneggfrauen

Am 28. Mai 2003 feiern die Sonnegg-Frauen ihr 25-Jahr-Jubiläum. Diese Gruppe von Idealistinnen, die seit 1978 das Sonnegg-Café führt, arbeitet und anderswo. Initiantin war die heute in Erlenbach lebende Pfarrfrau Lilo Brunner; sie setzte bei der Kirchenpflege durch, dass im ehemaligen «Na, lassen wir die halt einmal machen, nach einem halben Jahr hören sie von selber auf!»

Wie es zu Gründung und Eröffnung kam 1976 wurde auf dem Areal der reformierten Kirche Höngg ein Flohmarkt durchgeführt. Das nahe, aber vernachlässigte Haus Sonnegg, in dem einst der Frauenverein gewirtet hatte, sollte die Festwirtschaft beherbergen; es wurde notdürftig für diesen Zweck hergerichtet. Den mitwirkenden Frauen gefiel das alte Haus mit dem schönen Garten, und sie kamen auf die Idee, eine Begegnungsstätte für Jung und Alt darin einzurichten. Nun hatte schon Pfarrer Hans Studer mit der Stadt, der das Haus damals gehörte, einen Mietvertrag abgeschlossen und im ersten Stock eine Jugendgruppe untergebracht. Das kam der Idee der Frauen entgegen: Die Jugendlichen und der neue Jugendarbeiter Walter Martinet waren bereit, die Räume des Cafés im Erdgeschoss auszubessern.

Pfarrfrau Lilo Brunner bildete eine Kommission zur Verwaltung des Hauses. Hilde Baumann, von Anfang an mit dabei, schrieb über Brunner: «Ihre ureigene und neue Idee [...] war, eine Gruppe von Frauen um sich zu scharen, die bereit waren, eine Kaffeestube zu betreiben, bereit waren, dies über lange Zeit durchzuziehen, die Räume sauber zu halten, zu pflegen, auszuschmücken und wohnlich und gemütlich zu gestalten. Es sollte ein souveränes Unternehmen von Frauen sein. Dies gelang unserer Initiantin, und sie gründete die Gruppe der Sonnegg-Frauen.» Unter dem Titel «Aller Anfang ist schwer» berichtete Hilde Baumann: «Der Raum des Cafés aber hatte weder Möbel noch eine Beleuchtung, weder Geschirr noch Reinigungsutensilien. Selbständig wie die Frauen sein wollten, beschlossen sie, den Erlös eines ihrer Herbstbazare der Ausgestaltung des Sonnegg-Cafés zukommen zu lassen. Das war das Startkapital.» Wo ein Wille ist, da ist ein Weg, sagt der Volksmund. Am 28. Mai 1978 konnte das Sonnegg-Café eröffnet werden. Etwa 25 Frauen übernahmen Koch-, Service- oder Putzdienste, 20 weitere buken Kuchen.

Menschlichkeit ohne Statuten

Von 1977 an mietete die Kirchgemeinde das Lokal; 1984 kaufte sie der Stadt das Haus ab und renovierte es. Pflege und Verwaltung der Gaststätte überliess sie den Sonnegg-Frauen. Da diese nur am Mittwoch wirtschafteten, fingen sie an, das Lokal für die Kirchenpflege zu vermieten. So wurde das «Sonnegg» zum Treffpunkt verschiedener Gruppen, und Private feierten darin Feste. Die Betreuerinnen waren und sind noch heute weder ein Frauen- noch sonst ein Verein; sie arbeiten ohne Statuten, ohne Chefin, ohne Lohn und unabhängig von der Kirchenpflege. Sie leben Gemeinschaft, wollen für Mitmenschen da sein und freuen sich, wenn ihre Dienste geschätzt werden. Unter ihnen sind schöne Freundschaften entstanden. Manche von den Gründerinnen sind noch heute dabei. Einmal im Jahr macht man gemeinsam einen Ausflug.

Wie Sonnegg-Frauen mit Geld umgehen

Margrit Lüscher führt die Abrechnungen gewissenhaft. Trotz niedrigen Preisen trägt das Sonnegg-Café sich selbst. Mit ihrer Gratisarbeit erzielen die Sonnegg-Frauen sogar noch einen Überschuss. Damit unterstützen sie Hilfswerke im In- und Ausland. Mit besonderer Freude treffen sie sich jeweils im Januar zu einem Frühstück und halten Kassenrat. Jede Mitarbeiterin hat ein Vorschlags- und ein Mitspracherecht. Kein Aussenstehender redet ihnen drein, wenn sie den Samichlaus vertreten. Dieses Jahr erhalten folgende Institutionen je 2000 Franken: «Herberge zur Heimat », «Pilgerbrunnen», Wohnheim Frankental, «Kispex» (Kinder-Spitex Kanton Zürich). Zu solchen Schenkungen schrieb Monika Rutherfoord: «So also fliessen die Franken, welche die Sonneggfrauen dank ihren treuen Gästen erwirtschaften, von der Mitte unseres Dorfes hinaus an den Rand der Gesellschaft, dorthin, wo sozial Benachteiligte, geistig Behinderte und durch ihre Krankheit von einer normalen Kindheit ausgeschlossene Kinder und ihre Eltern leben müssen. Wenn nun diese Franken einen wenn auch bescheidenen Beitrag dazu leistenkönnen, dass die in der Mitte zusammen mit denen vom Rand eine tragende Gemeinschaft bilden, dann hat sich die Arbeit gelohnt und soll auch im Jahr 2003 angepackt werden.» (Siehe Jahresbericht)

Öffnungszeiten und Angebote

Im Sonnegg werden jeden Mittwochnachmittag zwischen 14 und 17.30 Uhr Kaffee und Kuchen serviert. Ferner kann man kalte oder warme Getränke bekommen, seit einiger Zeit sogar Bier oder Wein. Wer auf Süsses verzichten will, bestellt ein belegtes Brötchen. Kinder schätzen ihre Spielecke, Senioren setzen sich gern zu einem Jass zusammen, und wer zum Plaudern gekommen ist, findet leicht Anschluss. Jeweils am ersten Mittwoch des Monats öffnet das Sonnegg schon um 11.30 Uhr; da kochen die Frauen mit frischen Lebensmitteln selbst ein Mittagessen. Erwachsene zahlen für ein grosszügig angerichtetes Menü 12 Franken, ein Kinderteller kostet 8 Franken, ein Dessert 3 Franken.

Ehrenamtliche Helferinnen gesucht

Zurzeit kümmern sich 22 Sonnegg-und 12 so genannte Kuchen-Frauen um das Wohl der Gäste. Erklärung eines Ehemanns, der es wissen muss: «Kuchenfrauen sind nicht aus Kuchen, sondern backen solche gratis.» Leider fehlt es an Nachwuchs. «Neue Frauen sind jederzeit herzlich willkommen», sagt Margrit Lüscher, «man muss sich ja nicht gleich für jeden Mittwoch verpflichten, wir sind auch froh um gelegentliche Mithilfe, zum Beispiel einmal im Monat.» Wer sich angesprochen fühlt, meldet sich bei Margrit Lüscher, Telefonnummer 01 341 71 00, oder Margrit Eigenheer, Telefon 01 341 57 35.

Jubiläumsfeier

Am 28. Mai feiern alle Helferinnen ihr Jubiläum. Wie das im einzelnen geschieht, sei hier nicht verraten. Eins aber ist sicher: Die Frauen freuen sich auf den Tag, an dem sie die bedeutenden Leistungen würdigen, die sie in vielen Jahren für Höngger und Auswärtige erbracht haben. Wer hätte vor 25 Jahren über die Jahrtausendwende hinausgedacht? Inzwischen aber wurde nicht bloss gedacht, sondern getan, und ein Ende ist nicht abzusehen.

Text: Richard Baumann (Höngger, in der Ausgabe vom 22.Mai 2003)


 

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